Ein paar Gedanken nicht nur für Technikfreaks

Vorab: ich freue mich über jeden Kommentar hier im Blog, so klein und „unbedeutend“ er euch erscheinen mag. Dann merke ich, dass ich nicht „ins Leere“ schreibe und erhalte vielleicht noch Anregungen von euch. Eine Bitte, weil mich gestern mein Kollege TOM darauf brachte: bitte kommentiert auf dream-it-be-it.de, weil ich auf Facebook nie mitlese (habe es gestern ausnahmsweise mal nachgeholt und gesehen, was ich schon alles übersehen habe. Sorry dafür!)

Es ist Sonntag und zufällig auch der 7. Tag meiner Reise und ich habe, wie gestern beschrieben, im Hotel übernachtet und möchte daher die Möglichkeit nutzen, etwas off topic zu schreiben.

Das erste Thema ist..

Strom und Internet

Eigentlich sollte man denken, das ist bei einer Reise „nach Afrika“ nebensächlich, aber ich habe mich ja entschieden, ausschließlich mit dem Handy zu navigieren und von daher ist es ein Hauptaspekt für meine Reise. Ich habe die ungefähren Tagestouren in der App komoot vorgeplant und aufs Handy heruntergeladen. Die ersten beiden Tage habe ich auch mit komoot „vollautomatisch“ navigiert, d. h. ich habe die Tour herausgesucht, Navigieren angetippt und das Gerät zeichnet meine Fahrt auf und sagt mir Bescheid, wenn ich abbiegen muss. Das funktioniert zwar zuverlässig, braucht aber viel Strom, da alle paar Sekunden meine Position abgefragt und aufgezeichnet wird. Ich hatte gehofft, dass mein Nabendynamo das kompensieren kann, aber weit gefehlt. Wie schon mal angedeutet kann er nur das Entladen verzögern, aber am Ende des Tages war mein Handy trotzdem annähernd leer. Und da ich ja nachts ohne Steckdose draußen schlafe, habe ich auch keine Chance, das Handy nachts wieder aufzuladen, wie bei mir zu Hause und wahrscheinlich bei jedem von euch üblich. Also habe ich ein Problem!

Erster Schritt zu einer Lösung: die Aufzeichnung fällt aus (daher gibt es in meinen Blogbeiträgen auch seit dem 2. Tag keinen Link mehr zu komoot). Sodann muss ich während der Fahrt immer wieder in die geplante Tour hineinzoomen, weil mir dabei nämlich meine Position angezeigt wird. Das dauert einen Moment (bis zu 10s, was während des Fahrens viel ist!), bis das Handy diese bestimmt und an komoot weitergegeben hat. Daher ist beim Fahren vorausschauendes navigieren angesagt. Aber auch das würde nicht ausreichen, das Handy aufzuladen. Gleichzeitig benutze ich den Stromsparmodus, damit alle anderen Apps im Hintergrund keine Aktivitäten ausführen und mir damit Strom klauen.

Kleiner Experten Exkurs: ich habe ja auch ein Motorola G5 mit Android 7.1 dabei, weil ich dachte, mir einem größeren Display navigiert es sich ja besser und mein IPhone SE ist dann zum fotografieren schnell zur Hand, ABER bei Android kann man den Stromsparmodus beim Aufladen NICHT aktivieren (wie blöd ist das denn?)! Bei iOS kann ich den immer aktivieren und selbst wenn das iOS meint, ihn bei 80% automatisch deeaktivieren zu müssen, kann ich ihn über das Kontrollcenter schnell wieder aktivieren und er bleibt unbegrenzt an, bis das nächste Mal die 80%-Marke von unten überschritten wird. Ich würde sagen, das macht Sinn und daher: iOS rules!

So schafft es mein Nabendynamo dann auch mein iPhone während der Fahrt aufzuladen, aber auch nur, wenn ich mindestens 14km/h fahre. Das ist auf den manchmal ziemlich unbefestigten Wegen gar nicht möglich und gerade auf solchen (kleinen) Wegen muss ich häufig auf das Handy gucken. Folglich wird auch dabei (bisher ca 50% der Zeit) das Handy entladen. Das heißt, ich musste bisher täglich einmal für ca. 1h im Café o ä „nachladen“! Mal sehen, ob sich das mit dem Fahren auf längeren, asphaltierten Abschnitten bessert.

Ich habe auch noch ein Akkupack dabei, das in besten Fall für zwei Ladungen des iPhone ausreicht. Das Motorola G5 ist jetzt nur noch Sicherheitsbackup, falls mal das iPhone komplett leer oder gar kaputt gehen sollte (das GG möge mich davor bewahren!).

Ihr sehr, was in unserem Alltag allzu normal ist (jederzeit oder mindestens nachts das Handy aufladen), kann auf dieser Art von Tour existenzielle Bedeutung erlangen!

Das zweite Thema ist…

Mein Fahrrad

Ich bin begeistert von meinem Fahrrad. Wenn man, wie ich, den ganzen Tag im Sattel sitzt, nimmt man jedes Detail wahr. Und von diesen möchte ich mal berichten.

Ganz an erster Stelle steht die tolle

Rohloff Nabenschaltung

Sie funktioniert so wunderbar und zwar aus zwei Gründen:

1. Sie schaltet extrem schnell und weich, unabhängig von der Geschwindigkeit. Nach verschiedenen Auskünften (nicht zuletzt des Amis, dem ich vor ein paar Tagen begegnet bin), schaltet sie mit zunehmender Zeit immer besser (nutzt sich also nicht ab, sondern fährt sich ein!).

Was habe ich mich mit meiner Kettenschaltung schon am Berg gequält, wenn ich Kraft drauf gab und nicht in den kleineren Gang wechseln konnte. Mit der Nabenschaltung geht das sogar im Stehen und über egal wie viele Gänge hoch oder runter. Das ist ein nicht gering zu schätzender Vorteil auf einer Reise mit Gepäck und im unwegsamen Gelände. Im städtischen Alltag mag das weniger auffallen, zumal man dort die Strecken oft schon kennt und vorausschauend schaltet.

2. Sie hat bei ihren „nur“ 14 Gängen eine derart gut gestaltete Abstufung, dass ich immer (und ich meine wirklich immer) den richtigen Gang zur Verfügung habe! Ich brauchte noch nie einen kleineren als den ersten und einen größeren als den 14. (ich hoffe, dass bleibt auch so!). Die Abstufungen zwischen den Gängen sind auch nicht linear, zu den Rändern hin wird die Spreizung etwas größer, in der Mitte ist die Abstufung feiner. Das macht es im Alltag und auf Tour extrem angenehm.

Die Bremsen

Schreibenbremsen sind ja schon mal ein Erlebnis, wenn man, wie ich, bisher nur Felgenbremsen gewohnt war. Aber in Verbindung mit diesem Lenker und den Bremshebeln ist bremsen ein Kinderspiel! Ich bin entspannt, immer schnell die benötigte Bremsleistung auf die Straße zu bringen. Gerade bei rasanten Abfahrten mit viel Gepäck (und damit Gewicht) ein bedeutender Aspekt für stressärmeres Reisen!

Der Rahmen

Habe ich mich anfangs noch manchmal dabei erwischt, zu grübeln, ob ein solch teurer Rahmen wirklich wichtig ist (bisher habe ich es doch auch mit preiswerteren ausgehalten), ist auch hier die Sicherheit, dass, egal welcher Untergrund, egal welche Power ich in die Pedalen gebe, der Rahmen alles mitmacht, extrem entspannend. Dank des fest in den Rahmen integrierten Gepäckträgers, ist von vorne bis hinten alles fest „an seinem Platz“! Danke ihr Leute von tout terrain, ihr macht da echt einen guten Job!

Das Licht

Mag Mensch denken, spiele auf solch einer Reise keine große Rolle, aber weit gefehlt: gestern sprach mich ein Autofahrer an, ob ich nicht mein Rücklicht einschalten könne, ich sei vor dem grauen Himmel bei Regen so schlecht zu sehen. Dann ein Rücklicht zu haben, das auch bei Tag noch deutlich hell scheint, macht einen (vielleicht lebensrettenden) Unterschied. Und abends zum Restaurant am Meer ein helles Vorderlicht zu haben, war auch sehr angenehm bis beruhigend 😉.

Last but not least…

Der Lenker

Ich hatte ja schon im Artikel vom 5. Februar auf diesen aussergewöhnlichen Lenker hingewiesen und kann nun bestätigen: für jeden Fall eine gute Griffposition und davon noch viele zur Auswahl zum reggelmäßigen Positionnswechsel, damit die Hände nicht einschlafen.

So, genug off topic sinniert, jetzt geht es wieder raus auf die Piste, heute rüber nach Spanien. So long, schönen Sonntag euch!

4 Antworten auf „Ein paar Gedanken nicht nur für Technikfreaks“

  1. Lieber Dirk,
    seit dem 1. Tag begleiten wir dich mit unseren guten Geistern und verfolgen gespannt deine ereignisreiche Berichte
    Herzliche Grüße Doris und Karl-Wilhelm

    1. Lieber Karl-Wilhelm, liebe Doris,
      Ich freue mich, dass ihr mich mit guten Gedanken und Geistern begleitet. Es scheint ja zu helfen. Auch ich habe in den letzten 2 Tagen an euch gedacht und wie auf Zuruf kommt jetzt euer Kommentar. Geht doch 😉!
      Herzliche Grüße nach Emmendingen.

  2. Danke Dirk, für Deine Reiseberichte. Ich freue mich jedes mal, von Dir zu lesen und bin gespannt, wie es weitergeht und welche Lösung Du für das Stromproblem findest.

    Gute Reise weiterhin
    Frank

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