31. Tag: Oussouye – Elinkine – Carabane

Es ist 3:40 und ich sitze am Strand und erfreue mich an der lauen Nacht. Der seichte Wind spielt mit den Palmenblättern und die Wellen rollen sanft an Land. Der erste Hahn kräht. Draußen auf dem breiten Fluss, der Casamance, sehe ich neben den rot und grün blinkenden Bojen die weißen Lichter einzelner Fischerboote dazwischen. Sogar Stimmen wehen zu mir herüber. Das ist eines der Charakteristika des Senegals: die Menschen sind gefühlt immer am reden! Ob in den Straßen, vor dem Häusern, unter den Bäumen, auf den Schiffen, beim Warten auf irgendetwas… Immer können Sie sich ohne Unterbrechung unterhalten. Und zwar (in der Öffentlichkeit) mehr Männer als Frauen!

Der Tag begann aber im Wald bei Oussouye mit vielstimmigem Vogelgezwitscher über mir – und ein paar Menschenstimmen neben mir! Als ich das Zelt öffnete, sah ich mich drei Männern gegenüber, die mindestens so erstaunt über unsere Begegnung waren, wie ich. Einer setzte sich zu mir und es entstand das übliche Frage- und Antwortspiel: woher, wohin, mit dem Fahrrad?…, aber auch seine Erklärung, dass er gerade die Schule beendet habe und nun keine Arbeit finde. Und natürlich das Bild von Deutschland, wo es viel gute Arbeit gäbe… Ich konnte ihn nicht wirklich widersprechen.

Mein Weg führte mich an mehreren AUF der Straße schlafenden Tieren…

…nach wenigen Kilometern nach Elinkine, wo ich das Campement d’iles aufsuchte, um mich u a über die Möglichkeiten der Exkursionen zu erkundigen. Eine Tagestour in die Bolongs mit einem Führer kostet 35,000 Franc (53€), was mir eindeutig zu teuer war. Ich entschied mich für die Fahrt am Nachmittag in einer Sammelpiroge nach Carabane, der Insel im Casamancefluss. So verbrachte ich den Mittag im Campement mit waschen (mich selbst und etwas Wäsche), lesen und schlafen. Um 17 Uhr fuhr die Piroge ziemlich pünktlich ab:

Die etwa einstündige Überfahrt führte uns an schönen Stränden und mit Mangroven bewachsenen Küsten vorbeiAuf der Insel angekommen, staunte ich erstmal nicht schlecht, wie so ein „Stadtzentrum“ aussieht:

Nach einem Telefonat wurde ich auch aufgesammelt und zum Campement Hélêna direkt am Strand gebracht. Ich bekam ein Zimmer mit Meerblick 🙈:

Das erinnert hier schon etwas an die Südsee: feiner weißer Sandstrand mit Palmen:

Nach einem wunderbaren Spaziergang im Sonnenuntergang bekam ich ein köstliches Abendessen mit Meeresfrüchten und einem großen, kalten Gazelle-Bier😋.

Beim Rauschen der Wellen durch die geöffnete Tür schlief ich auch bald ein und war nach 6,5h ausgeschlafen.

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