Gedanken am Ende der Reise

Ich sitze im Flugzeug nach Lissabon und an mir flitzen die Bilder der Reise vorbei. Bei allen habe ich angenehme, warme Gefühle der Verbundenheit. Das ist schön und ich genieße das Gefühl sehr. Es war ja nicht von vorneherein klar, dass es so werden würde. Im Gegenteil, ich habe eher mit unangenehmen Gefühlen wie Angst, Einsamkeit, Verzweiflung oder Unbehagen gerechnet. Wie schön, dass es anders gekommen ist!

Aber was ist eigentlich aus den Zielen meiner Reise geworden?
Eines war ja, die Einsamkeit mit mir auszuhalten, mir selbst genug zu sein. Das habe ich nicht erreicht, denn dazu ist es nicht gekommen. Das Ziel habe ich auch unterwegs verworfen, denn ich habe erkannt, dass es meiner Natur widerspricht, alleine zu sein. Ich bin eindeutig ein Gemeinschaftsmensch und will auch gar nichts anderes sein oder werden. Daher macht das Ziel „Einsamkeit aushalten“ keinen Sinn mehr für mich.

Ich habe auf dieser Reise viel Gemeinschaft erleben dürfen: all die Leute, die mich spirituell begleitet haben, sind mir ganz wichtig, allen voran natürlich meine Frau Lydia. Und dass ich über das Internet stets den Kontakt halten konnte, empfinde ich als großes Geschenk. Das hatte mir auf den letzten Reisen wirklich gefehlt. Daher ist damals (sozusagen aus einer Notwendigkeit) dieses Ziel entstanden. Und ich konnte auf dieser Reise punktuell nachempfinden, wie das damals war: furchtbar! Uns das wollte ich nicht mehr erleben. Habe ich auch nicht, eben nur anders, als ich mir das vorgenommen hatte.

Somit gehe ich auch bei Nichterreichen dieses Zieles klar und gestärkt aus der Situation hervor. Ich weiß nämlich, was ich stattdessen will und habe: eine (bzw mehrere) tolle Gemeinschaft(en), die mich (er)tragen. Das ist wunderbar!

Ein weiteres Ziel war, meine Resilienz zu testen und zu erweitern. Ich muss sagen, ich bin begeistert und ein wenig erstaunt, was für ein Potential, was für ein Schatz da in mir schlummerte, den ich nicht genutzt habe oder nicht nutzen konnte. Es gab offensichtlich keine Herausforderung seelischer oder körperlicher Art, die zu groß für mich war. Damit hatte ich ja so gar nicht gerechnet. Meine Verzagtheit, meine Zweifel, meine Befürchtungen im Vorfeld der Reise gingen gar nicht in Erfüllung. Ich hatte so viel Ruhe, Übersicht, Stärke und Mut, wie ich mir vorher nicht habe träumen lassen. Dafür bin ich unendlich dankbar. Es ist, wie gesagt, ein Schatz, der offensichtlich in mir schlummerte und den ich heben konnte. Diesen behalte ich jetzt und lasse ihn nicht mehr los.

Interessanterweise habe ich auf der Reise erstmals von diesem Schatz, der ein Amulett ist, mit dem ich sogar zaubern kann, geträumt. Im Traum war es ziemlich gut versteckt und trotzdem haben es ehemalige Freunde von mir geschafft, es mir zu stehlen. Im Traum bin ich darüber sehr verzweifelt gewesen und hatte sogar Suizidgedanken. Aber ich ging in die Offensive und wollte mir das Amulett wiederholen. Leider wachte ich vor dem vermeintlichen Erfolg auf. Aber für mich ist die Botschaft des Traums klar: du trägst alles schon in dir, leg es frei, gib darauf acht und lass es dir nicht klauen! Das werde ich bestimmt nicht! 💪

Somit hat diese Reise ihren Zweck erfüllt: ich komme erfüllt, stark und unendlich dankbar nach Hause! Ich werde meine Themen wieder aktiv bearbeiten in der Gewissheit, dass ich eigentlich alles schaffen kann. Ohne wenn und aber. Wer kann das schon von sich behaupten (und bitte: das soll jetzt nicht arrogant oder überheblich klingen!). Ich bin dem Großen und Ganzen sehr dankbar und nehme die Geschenke freudig und demütig an. Ich will so viel wie möglich weiter- bzw zurückgeben. An wen auch immer. Wer immer, ob aus Depression oder was auch immer heraus, Unterstützung, Rat, Hilfe sucht, ist bei mir willkommen.

Das Leben ist bunt und schön und will in vollen Zügen genossen werden! Ohne wenn und aber!

Je commencer maintenant pour ca. C’est la vie!

2 Antworten auf „Gedanken am Ende der Reise“

  1. Ein schöner Abschluss“bericht“
    Dem Foto würde ich einen Preis verleihen, denn für mich sagt es mehr als alles geschriebene!

    Namastè

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