Wie war eigentlich… Marokko?

Vorgestern hatte ich auf einmal den Gedanken: Marokko hat mich geheilt!

Für die Erklärung muss ich etwas ausholen: ich war ja 1989 schon einmal mit dem Fahrrad in Marokko. Interessanterweise kann ich mich heute nicht genau erinnern, wie ich damals auf die Idee kam. Aber es musste eine ähnliche Motivation gegeben haben, wie für meine diesjährige Tour. Ich wollte Einsamkeit erfahren und bewältigen. Von heute rückblickend kann ich mit sicherem Gefühl sagen, dass das damals nicht so gut funktioniert hat. Auch wenn es mir all die Jahre nicht bewusst war, blieb bei mir ein Trauma zurück. Und ein Weg, ein Trauma zu heilen, wenn auch einer der gefährlichsten, weil er die Gefahr der Retraumatisierung birgt, ist, diese Situation erneut zu durchleben und besser zu bewältigen. Zum Glück war mir am Anfang dieser Reise meine damalige Traumatisierung noch nicht bewusst, auch wenn ich heute denke, dass ich sie gespürt haben muss. Denn sonst wäre ich vielleicht gar nicht losgefahren. Und vor allem nicht nach Marokko.

19. Tag: Tamanar – Agadir

Da ich ja tags zuvor zwar spät ins Lager, aber schnell erschöpft eingeschlafen bin, war ich auch ohne Muezzin schon um 4:30 wach. Letzter begannen aber pünktlich um 5 Uhr ihre Gebet aus dem nahe liegendem Dorf Tamanar (ich habe den Namen übrigens im Titel von gestern korrigiert) herüber zu rufen, so dass ich wach und munter zum Schreiben meines Blogs war. Sowas dauert dann auch gut mal eine Stunde, denn zum upload musste ich aus meiner Senke auf einen Hügel steigen um genug Netzempfang zu haben.

18. Tag: Essaouira- Tamanar

Nachdem ich tags zuvor lange in der Media von Essaouira unterw gewesen bin, begann der Tag schon recht früh kurz vor 5 Uhr mit den Gesängen erst eines, später von 5 Muezzins durcheinander. Bis zum Frühstück um 8 Uhr war es noch viel Zeit und so schaute ich mir den nächsten Streckenabschnitt genauer an: zwischen Essaouira und Agadir gibt es eine „Bundesstraße“ in einiger Entfernung zur Küste und einige z T unbefestigte Straßen Nähe der Küste. Ich entschied mich für eine Mischung aus beiden Varianten, was ein Fehler oder bzw eine neue Herausforderung bedeutete. Dazu gleich mehr.

17. Tag: Safi – Essaouira

Morgens ging es gleich nach Safi rein – wie ich las, der zweitgrößte und -wichtigste Hafen Marokkos, da hier das reichlich im Inland vorhandene und abgebaute Phosphat verschifft wird:

Auch die Fischerei spielt hier eine große Rolle und neben dem Fisch wird auch Obst und Gemüse konserviert. Das habe ich später sehr gut riechen können: meine Route führte mich an den Konservenfabriken vorbei und es roch überall streng nach Fisch.

Aber zuerst fahre ich am Ortseingang erstmal lange an allen möglichen Fakultäten der Hochschule vorbei: Fischerei, Technik, Gesundheitswesen etc. Also Bildung wird auch hier, abseits der (mir) bekannten Großstädte groß geschrieben.

16. Tag: Moulay Abdallah – Safi

Den ganzen Tag ging es relativ entspannt (nur wenige Anstiege) ganz nah am Meer entlang:

Anfangs gönnte ich mir noch ein richtiges Luxus Frühstück mit Blick aufs Meer:

Mitten drin, gegen Mittag, traf ich an einem Vogelbeobachtungspunkt einen marokkanischen Englischlehrer, mit dem ich in wahrsten Sinne über Gott und die Welt sprach, dass es schwierig ist, wenn die Religionen in die Politik hineinspielen. Er geht als Muslim teilweise nicht mehr zum Freitagsgebet, da ihm der Imam manchmal zu politisch ist. Sein Vater bete gar nicht mehr.

15. Tag: Casablanca – Moulay Abdallah

Aufgrund technischer Probleme gibt es den Beitrag erst heute Vormittag etwas später als gewöhnlich.

Der Tag stand unter dem Motto: Kilometer fressen!

Nachdem ich tags zuvor während des Schreibens früh einschlafen bin, war ich auch früh wach und konnte erstmal den Blogbeitrag fertig stellen. Und dann ging es raus mit dem Frühstück auf die Düne ans Meer setzen und auf der einen Seite den Mond und der anderen den Sonnenaufgang genießen:

Was ich überhaupt nicht verstehe, warum die Leute hier ihre Natur dermaßen schlecht behandeln und zumüllen:

Wo ich auch hintrete, Plastikfolien und -flaschen. Wirklich unangenehm.