Ein Jahr später…


Heute vor einem Jahr ging meine Reise los. Um diese Zeit saß ich im Flugzeug nach Lissabon, meinem Startpunkt. Nach der aufregenden Zeit im Vorfeld, ich hatte ernsthaft in Erwägung gezogen, die Reise abzusagen, wenn ich nur einen triftigen Grund dafür finden würde, war ich während des Fluges erstaunlich ruhig und fokussiert. Ich war froh, dass es endlich los ging, dass ich alles, was ich mir im Kopf ausgemalt hatte, überprüfen, erleben und er-fahren durfte. Mein überschaubares Gepäck inklusive meines Fahrrades hatte ich sehr früh aufgegeben, am Flughafen wurde ich von meiner Frau und meinem Freund Thomas herzlich verabschiedet.

Der Flug war sehr schön, am Ende sah ich über der Küste Portugals die Morgensonne das sanft wellige Land beleuchten. Auf dem großen, unübersichtlichen Flughafen musste ich erstmal mein Gepäck zusammen sammeln: das Gepäckband in einem Saal von Bändern herausfinden und dann gaaaaanz hinten in der Ecke das für die großen Teile, an dem ich mein Fahrrad in Empfang nehmen konnte. Übrigens war dort keiner, der den rechtmäßigen Besitz überprüfte: ich hätte mir alles mögliche noch mitnehmen können, wenn ich es gewollt und transportieren könnte; Surfbretter, Kinderwagen, Zelte.

Lissabon zeigte sich von seiner geschäftigen Seite an diesem Montagmorgen: der Verkehr war reichlich und die Hügel forderten zum ersten Mal meine Muskelkraft. Am Hafen trank ich einen Kaffee, bevor ich auf die Südseite übersetzte. Nun ging es durch die immer dünner werdende Stadt raus in die Hügel Richtung Setubal. Hier durfte ich zum ersten Mal meinen ersten Gang kennen- und lieben lernen, Ich hatte vorher gar nicht gewußt, wie angenehm so eine große Untersetzung sein kann!

In Setúbal ging es auf die kleine Fähre nach Troja, eine Landzunge vor der Küste, die ich in der warmen Nachmittagssonne fast alleine entlangradelte, vorbei an kleinen verlassen erscheinenden Dörfern, bevölkert einzig von frei laufenden Hühnern, Hunden und sonstigen Hoftieren. In der leicht bewaldeten Region vor Melides suchte ich mir dann mein erstes Nachtlager, versteckt in der spärlich bewachsenen, von regelmäßigen Wegen durchzogenen welligen Landschaft. Der erste Tag war geschafft, besser als ich „befürchtet“ hatte und nun kam die erste „wilde“ Nacht im Zelt.

Meinen original Blogeintrag von damals, den ich übrigens im Vorfeld nicht nochmal las, so dass meine Erinnerungen nun das filtern, was mir nachhaltig und wichtig erscheint, kann jedeR hier nochmal nachlesen.

4 Antworten auf „Ein Jahr später…“

  1. Lieber Dirk,
    gestern dachte ich noch irgendwann jetzt vor einem Jahr muss Dirk losgefahren sein. Und heute früh lese
    ich deine ersten, schön formulierten Neu-Erinnerungen, eine tolle Idee.
    Bin gespannt auf Weiteres. Ich erinnere
    noch gut deine Verabschiedung und wie aufgedreht du warst.
    Herzlich
    Thomas

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