Countdown

Die Aufregung, die in den letzten Wochen kontinuierlich gestiegen war, hat sich in den letzten Tagen endlich in etwas Entspannung verwandelt: endlich ist alles Material beisammen (die Handyhalterung Finn von Bike Citizens kam dann doch noch am Samstag auf den letzten Drücker, mein Zelt Rainbow von Taptent schon ein paar Tage früher, so dass ich schon mal Probeschlafen konnte), der Packtest am Freitag verlief erfolgreich und auch das Fluggewicht (max. 23kg Gepäck), als auch mein persönliches Limit (max. 20kg) wurde unterboten. Die Zuladung, bestehend aus 4 nicht so prall gefüllten Satteltaschen, eine davon schon mit Lebensmitteln für die ersten Tage gefüllt, und einem Sack mit Zelt, Schlafsack und Isomatte, wiegt nur 16,4kg. Da bin ich in wahrsten Sinne erleichtert!

Mein Reiserad

Nun ist es endlich fertig, mein täglicher Begleiter auf dem Weg zur Arbeit und demnächst durch Afrika:

Tout Terrain Tanami GT

Mein Reiserad Tanami GT der deutschen Firma Tout Terrain aus Freiburg. Mit allem, was gut und bewährt ist:

  • Ein muffenlos geschweißter Rahmen mit integriertem Gepäckträger. Farbe british racing green metallic
  • Eine Rohloff 14 Gang Nabenschaltung mit cinq shift:R Daumenhebeln für den
  • Black Label Longhorn Komfort Lenker
  • Lichtanlage von SON Edelux mit 100 lumen
  • Scheibenbremsen TRP Spyre mechanisch
  • Felgen Rigida Andra 210 28″ mit Continental contact travel 28×2.00
  • Sattel Brooks B17 Honig
  • Pitlock Laufradsicherung

Los geht’s…

…erst Mitte April 2018. Aber endlich steht der Zeitraum meiner Reise fest, daher ich wollte Euch nun an meiner Planung und den Überlegungen dazu teilhaben lassen. Updates werden dann hier rein geschrieben.

Ich habe Zeit vom 16. April bis zum 8. Juni. Das sind knapp 8 Wochen, 54 Tage. Wenn ich in dieser Zeit bis in den Senegal kommen will, sollte ich (anders als ursprünglich geplant nicht in Frankreich sondern) in Südspanien oder Portugal starten. Aber wie dort mit meinem Fahrrad hinkommen? Die meisten Fernverkehrszüge nehmen keine Fahrräder mehr mit: in Deutschland keine ICEs, in Frankreich keine TGVs, in Spanien keine ACEs. Bleibt nur ein Geflecht aus Regionalzügen mit vielfachem Umsteigen und Übernachtungen.

Warum eigentlich Afrika? Mit dem Fahrrad?

Es geht um Ängste und deren Bewältigung. Ur-Ängste! MEINE Urängste!

Eine meiner Urängste, vielleicht meine größte Angst überhaupt, die ich kenne, ist die vor der Einsamkeit, dem Alleinsein.

Das fing schon recht früh an: in meiner Kindheit konnte ich nicht so richtig allein sein. Immer gesellte ich mich zu meinen Eltern, zu meiner Schwester, zu Freunden und Bekannten. Es gab nichts Schlimmeres für mich, keine höhere Strafe, als das Alleinsein: Ob ich als Kleinkind, wenn ich Sonntag früh zu laut war, im Kinderbettchen ins Wohnzimmer geschoben und dort am Knöchel angebunden wurde, als Fünfjähriger nach einem Ausflug mit einem Freund ins Fließ Stubenarrest bekam, weil ich einfach „zu weit gegangen“ war (im wahrsten Sinne), als 14-Jähriger am Ende meiner Schulferien 3 Tage allein zu Hause blieb und fast starb vor Einsamkeit – immer wieder verfolgte mich das Thema auf unangenehme Weise in meinem Leben.

Nach Afrika mit dem Fahrrad! oder Wie alles anfing: Depression

Im Sommer 2014 nach unserem Umzug hatte ich meine erste depressive Phase. Nur wusste ich es erstmal gar nicht, denn ich war völlig überrascht: So eine Phase der Energie- und Antriebslosigkeit hatte ich noch nie erlebt. Und auch nicht erwartet. Schon gar nicht nach dem Umzug, bei dem ich so viel gewuppt hatte, z.B. unsere Küche auf ebay zu ersteigern und dann durch halb Deutschland zu schippern, einzulagern und nahezu perfekt aufzubauen. Und dann auf einmal dieses Loch, von dem ich lange nicht wusste, was es war. Aber ich konnte diese Phase in ca. 6 Wochen überwinden. Ohne große Hilfe von Außen.