41.+42. Tag: M’Bour

Ja, wir bewegen und kaum aus unserem kleinen Paradies heraus und haben daher auch nicht so viel zu erzählen. Gestern waren wir im Hochseilgarten Accro Baobab und haben uns die Bäume und den Parcours angesehen. Allerdings wollte keine diesen in der Mittagshitze erleben, so dass wir nur einer deutschen Familie (bzw deren halbwüchsigen Töchtern) bei einer kalten Brause zusahen:

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Kühlschrankkarton abgeholt, den ich bei meiner Rückreise für mein Fahrrad benutzen will. Hierbei versuchte mich der Eisenwarenhändler mal wieder über das Ohr zu hauen und 10.000 cfa kassieren. Zum Glück verstand ich 2000 (klingt im französischen sehr ähnlich) und beharrte darauf oder er könne den Karton behalten. Er lachte und war zufrieden. Geht doch!💪

Traumaheilung

Ich möchte mich hier outen. Nicht vielleicht, wie Ihr denken könntet. Ich möchte über die Erfahrung mit dem sexuellen Übergriff am Strand schreiben, den Dirk schon erwähnt hat. Die Situation war für mich schon brenzlig (wer den Artikel von Dirk nicht gelesen hat: uns hat ein Mann verfolgt, der sein sexuelles Interesse an mir sehr öffentlich deutlich gemacht hat), zumal auch noch unsere Jüngste dabei war. Ich war sehr verunsichert, wie frau sich gegenüber den Einheimischen verhalten soll, so dass sie ablassen. Ich war sehr irritiert und ängstlich und es hat mich in eine Lage gebracht, die ich schon lange nicht mehr gefühlt hatte: ich war das Opfer… ich fühlte mich als Opfer und so bin ich, rückblickend gesehen, auch leider an den Strand gegangen. Ich war nicht in meiner Kraft, in der Kraft, die ich so lange geübt habe, nachdem ich als Kind missbraucht wurde und sexuelle Übergriffe diverser Art von Männern erfahren hatte.

38. Tag: M’Bour – Saly Potual

Auch der Mittwoch begann deutlich vor dem Sonnenaufgang, wobei ich den geneigten Lesern erläutern mag, dass wir uns ja hier deutlich näher zum Äquator befinden, als in Deutschland, was zur Folge hat, dass die Tage merklich kürzer sind: Sonnenaufgang ist hier derzeit um 6:37, Sonnenuntergang schon um 19:29, das heißt beides mal gut 1,5h Unterschied zu Berlin z B und damit ein um über 3h kürzerer Tag. Aber vielleicht war das ja dem einen oder der anderen schon klar?!😉

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Hallo Hallo zusammen,

Ich unterbreche kurz und schreibe meine Eindrücke. Hier schreibt Lydia.

37. Tag: M’Bour Basics

Entgegen jeder Logik (wessen Leben folgt schon einer?) waren wir alle drei am Dienstag schon vor Sonnenaufgang wieder knallwach. War es die Folge der Hitze, der Aufregung oder einfach nur das Werk der vielen Mücken, die uns durch ein nicht vergittertes Badezimmerfenster besuchen und mal so richtig aussaugen kamen? Wahrscheinlich von allem etwas. Und schließlich hatten wir ja auch viel vor, denn der gestrige Tag hatte ein paar Herausforderung für uns zurückgelassen, die zeitlich noch Anspruchsvoll werden sollten. Also lohnte sich frühes Aufstehen – nur wussten wir das zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

36. Tag: Dakar – M’Bour

Auch der Tag begann, wie die meisten, früh, dieser aber sehr früh. Ich war ja am Vorabend ziemlich früh in die Koje gefallen, auch um schon zu schlafen, falls die See etwas rauer werden sollte. Das ist nämlich im Schlaf besser zu verknusen. Das war aber gar nicht nötig, denn die Überfahrt war sehr ruhig und offensichtlich hatten wir gute Bedingungen, denn schon kurz nach 4 Uhr waren wir in Dakar angekommen. Aber dann passierte 1,5h erstmal gar nichts:

Gegen 6 Uhr begann dann das Entladen…

Halt mal kurz…

Die geneigten LeserInnen werden sich vielleicht wundern, warum das Geschriebene so anders klingt, als die 35 Tage vorher… ja, es ist anders, denn hier schreibt Lydia, Dirks Frau, aus dem Senegal! Wir sind am Montag Abend in Dakar angekommen.

Aber der Reihe nach: An Himmelfahrt rief mich Dirk an und sagte, ich möchte mich bitte setzen. Ich wollte mich nicht setzen, da ich in bestimmten Situationen lieber in Bewegung bin. Dennoch setzen ich mich. Was dann folgte, hat mir zunächst die Sprache verschlagen. Wer mich kennt, weiß, dass das nicht so leicht möglich ist. 

35. Tag: Ziguinchor – Dakar

Ich bin weit vor dem Morgengrauen aufgewacht und habe meine Sachen gepackt, da ich hier nicht in Ruhe frühstücken konnte und wollte. Als es dämmerte fuhr ich zum Strand in Ziguinchor und kochte mir dort im Sonnenaufgang Reis und Schnitt mir zwei frische Mangos hinein:

Gegen 8:30 fuhr ich zum Hafen und war erstaunt, dass ich schon mit offenen Armen zum Verladen meines Fahrrades empfangen wurde. Entgegen der Aussage beim Fahrkartenkauf sollte das Fahrrad nun nicht mehr 3000, sondern 5000cfa kosten. Der Hafenmeister ließ auch kein bisschen mit sich diskutieren. 🙄

34. Tag: Cap Skirring – Ziguinchor

Heute ging es wieder zurück nach Ziguinchor – ganz unspektakulär und ohne besondere Vorkommnisse.

Ich erwachte schon recht früh um 5:30, als noch ein tiefschwarzer Sternenhimmel über mir stand. Ich setzte mich ans Meer und beobachtete die Lichter der Fischerboote. Als es zu dämmern begann, fing ich zu lesen an und konnte mich von den sehr bewegenden und gut geschriebenen Artikeln bei meinem Lieblingsmagazin Krautreporter nicht losreißen. Hier meine aktuellen Lesetipps: Warum ich kein Fleisch mehr esse und Mein Vater hatte drei Firmen, ich bekomme Hartz IV.

33. Tag: Cap Skirring

Der erste Tag (fast) ohne Fahrradfahren. Ich habe mein Zelt für 2 Tage im Campement Mussuwam.com Aufschlagen dürfen und den Tag für Ausflüge in die Umgebung genutzt. Morgens fuhr ich mit Serail nach Dièmbering, ein ca 10km nördlich liegendes Dorf, in dem es den größten und ältesten Baum der Casamance geben soll: