27. Tag: Passi – Toubacouta

Heute war meine Fahrradtour relativ kurz, dafür habe ich auf ein anderes Verkehrsmittel gewechselt: die Piroge. Aber der Reihe nach.

Der Luxus im festen Quartier ging am nächsten Morgen weiter. Ich lag noch lesend auf meinem Bett, wurde aber um 6:30 schon vom Koch durch die wegen akutem Hitzestau in meinen Zimmer geöffnete Tür gefragt, ob ich einen Kaffee wolle. Na klar wollte ich! Es war zwar wieder nur Pulverkaffee, aber die Atmosphäre, bei Sonnenaufgang schon am Pool zu sitzen, war unschlagbar! Dazu gab es später noch ein Omlett und Baguette.

26. Tag: Sessene – Passi

Wie schon gestern angedeutet, war die heutige Anfangs Herausforderung, unbeschadet bis nach Fatick zu kommen. Zuerst einmal war aber ein Junge an meinem Schlafplatz sehr interessiert und wich mir eine halbe Stunde nicht von der Seite. Mehrmals versuchte er mich zu sich einzuladen, was ich aber dankend abgelehnt. Erst als ich ihn bat, mich zum umziehen allein zu lassen, zog er sich zurück, um dann bei meiner Abfahrt doch noch schnell um die Ecke zu kommen. Also Einsamkeit und heimlich zelten geht irgendwie anders. 😉

25. Tag: Thies – Sessene

Nach lockeren 10km war ich dann in Thies, der 5.größten Stadt des Senegal. Hier wurde ich auch gleich bei der Apotheke fündig und konnte für stolze 17€ 50ml Sonnencreme LSF 50 erstehen, deren Verfalldatum schon vor 3 Monaten abgelaufen war, was ich aber erst später merkte. Ein Beweis mehr, dass die Afrikaner sowas nicht kaufen:

Neben der Apotheke gab es mal ein Café, die echt französische Croissants verkauften. Die Hoffnung auf einen guten Kaffee war allerdings zu hoch gegriffen, es gab warme mich mit Nescafé für 2€ die Tasse! Das ist dann auch so ein Grund, warum man sich immer den Landesüblichen Ernährungsgewohnheiten anpassen sollte: es schmeckt einfach…anders und ist bezahlbar.

24. Tag: Louga – Thies

Ein heißer, recht eintöniger Tag. Begonnen hat er mit meinem ersten Platten: aber nicht im Reifen, sondern in der Isomatte. Ich hatte es in der Dämmerung offensichtlich nicht geschafft, meinen Platz vollständig von den spitzen Nadeln zu befreien und wachte mitten in der Nacht auf dem recht weichen Sand liegend auf. Also kraxelte ich aus dem Zelt und versuchte unter dem Boden alles heraus zu popeln. Die Löcher hatte ich trotzdem 🙄. Darum musste ich mich also im Laufe des Tages noch kümmern.

23. Tag: Lampsar – Louga

Als ich am nächsten Morgen erwachte, war mein nicht gegessenes Abendessen von Ameisen gekapert, also habe ich es ihnen ganz geschenkt und mir dafür ein Müsli, heute mal ohne Obst, gemacht. Dafür gab es extra viele Rosinen.

In freudiger Erwartung der zivilisatorischen Werte frisches Wasser, Geld und Internet, radelte ich die letzten Kilometer nach St Louis rein. Selten habe ich mich so über die Werbung einer Bank gefreut, wie heute:

Trotzdem hatte ich den Blick für meine Umwelt noch nicht ganz verloren und mir fielen die Fischer in ihren Holzbooten auf (leider etwas weit entfernt und daher klein):

22. Tag: Nouakchott – Rosso – Lampsar

Die Nacht war sehr kurz. Nachdem ich wegen meiner Bankexkursion erst gegen 2 Uhr ins Zelt gefallen bin, war ich um kurz vor 4 Uhr wieder glockenwach. Eigentlich müsste es hier muezzinwach heißen, denn der erste setzte wirklich um diese Zeit an, erstarb dann aber schnell wieder. Hatte er sich um eine Stunde vertan?

Da ich ja die letzten beiden Tage im Bus verbracht hatte, war das mit der Müdigkeit auch kein Problem. Ich nutzte das offene WLAN eines Café Parisienne um über WhatsApp nach Hause zu telefonieren. Denn in Deutschland war es ja gerade 6 Uhr und meine Familie am Aufstehen. So konnte ich alle Sorgen wegen der fehlenden Rückmeldung zerstreuen und ein paar Infos zur Situation los werden.

21. Tag: Dakhla – Nouakchott

Die Nacht habe ich viel geträumt und verarbeitet, vor allem meine Angst, nicht rechtzeitig zum Bus um 8 Uhr zu kommen und das Visum nicht bezahlen zu können. Als ich nämlich gestern im Bett lag, fiel mir siedendheiß ein, dass ich an der Grenze zu Mauretanien 120€ am besten in Euro brauche für das Visum. Schnell zog ich mich um 23:30 an und fragte den Portier meines Hotels, wo ich denn in Dakhla Euros bekommen würde, weil ich nur noch 35€ bei mir hatte. Er rief erstmal einen Freund an, der ihm sagte, dass das Visum zur Zeit „nur“ 55-60€ koste und auch in Dirham bezahlt werden könnte. Puh, da ging ich aber beruhigt wieder ins Bett, anscheinend aber nicht ruhig genug, um durchzuschlafen. 😅

Ein paar Betrachtungen zu Marokko

Wenn hier was gut funktioniert, dann das mobile Internet: ich habe hier bessere Verbindung als in Berlin! Und, wie ich schrieb, billiger, wobei man dabei die marokkanischen Lebensverhältnisse betrachten muss: Laut laenderdaten.info steht Marokko mit einem rechnerischen Durchschnittseinkommen von 217€/Monat auf Platz 67 von 78 betrachteten Ländern (zum Vergleich: Deutschland liegt auf Platz 17 mit 3308€/Monat), also ziemlich weit hinten. Da sind 100DH (=8,88€) für 10GB Datenvolumen Internet 1/24 des Monatseinkommens, während wir in Deutschland (angenommen 10GB kosten 20€) nur 1/165 unseres Einkommens dafür einsetzen müssten. So gesehen, wäre es für Marokkaner ziemlicher Luxus. Will sagen: für uns lässt es sich hier gut und preiswert leben, die Marokkaner haben, wie mir schon mehrfach erklärt wurde, eine schwierige wirtschaftliche Lage. Das Land ist extrem vom Export ihres Obst und Gemüses nach Europa (bevorzugt Frankreich) abhängig, muss auf der anderen Seite doppelt so viel importieren, hat also ein Außenhandelsdefizit (ganz in Gegensatz zu Deutschland, das sich über seinen Außenhandelsüberschuß sehr viel Wohlstand und vor allem eine starke Machtposition auf dem Weltmarkt erschaffen hat). Ob das gerecht ist, überlasse ich dem geneigten Leser zu beurteilen, darf aber gerne in den Kommentaren diskutiert werden. 😉. Hier noch ein aktueller Buchtipp bzw die Rezension dazu, der mich just dieser Tage erreichte: Heiner Flassbeck und Jörg Bibow: Das Eurodesaster

20. Tag: Agadir – Dakhla

Eigentlich begann dieser Tag ja schon mit der Abfahrt am Abend zuvor: um 21 Uhr starteten wir pünktlich vom gare routière de voyageures (Busbahnhof). Und dann ging es erstmal noch durch einige Ortschaften, also besser gesagt, da im Tal von Agadir ein Ort in den nächsten übergeht, haben wir dieses konglomerat von Orten lange nicht verlassen. Und wir stoppten einige Male um noch Fahrgäste aufzunehmen. Bis wir mal auf der Landstraße waren, dauerte bestimmt 1,5h.