Zwischenbilanz nach 1/4 der Reise

Vorab: falls es sprachlich mal arrogant oder überheblich rüber kommen sollte (ich hatte das Problem gerade), das ist überhaupt nicht meine Absicht. Ich bin sehr demütig und dankbar für alles, was ich gerade erleben darf!

Ein Viertel meiner Reisezeit ist um und ich möchte schon mal eine Zwischenbilanz ziehen: mir geht es gerade richtig gut und das ist nicht selbstverständlich! Ich bin mit viel Bangen und Zähneklappern auf diese Reise aufgebrochen. Die letzten Wochen vor der Reise habe ich richtig schlecht geschlafen, alle Dämonen, die ich mir vorstellen kann, haben mich besucht, mir Angst gemacht und mich versucht, von der Reise abzuhalten. Und hätte es irgendeinen ernsthaften Grund zur Absage gegeben, ich weiß nicht, ob ich ihn nicht dankend angenommen hätte. Ich habe mir über fast jeden Pups Gedanken gemacht:

  • den Flug,
  • ob das Fahrrad heile ankommt,
  • ob ich Zeltplätze für mich finden werde,
  • ob ich frieren werde,
  • ob ich mit den Sprachen, die ich nicht spreche klarkommen werde
  • Ja sogar (kein Witz!), ob ich mit dem Nassrasieren klar komme.

Ihr merkt, wenn man drauf ist, kann man aus allem ein Thema und ein Problem machen. Das ist ein Kennzeichen meiner depressiven Stimmungen. Bei Licht und im Wachzustand betrachtet, waren die Probleme nur noch halb so groß, aber noch da.

Und jetzt? Ich habe alle obigen Herausforderungen mit Bravour bestanden (soll wie gesagt nicht überheblich klingen) und fühle mich so stark und zuversichtlich wie schon lange nicht mehr (mindestens seit meiner ersten depressiven Phase 2014)!

Und dafür bin ich so dankbar! Das hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich das nach 2 Wochen meiner Reise so schon sagen kann. Im besten Falle ist das mein Ziel für das Ende der Reise gewesen. Natürlich kommen noch weitere, möglicherweise größere Herausforderungen auf mich zu (Fahrt durch die Westsahara und Mauretanien, der mir noch völlig fremde Senegal, mit seinen Menschen und seiner wie auch immer gearteten Infrastruktur), aber ich kann schon heute sagen, ich habe nun keine Angst mehr vor diesen, sondern freue mich auf sie, auch wenn ich gehörigen Respekt vor ihnen empfinde. Aber eben „nur“ Respekt.

Ich möchte an dieser Stelle nochmal in erster Linie meiner Frau danken, dass sie immer zu mir gehalten hat, egal wie ängstlich, verzagt, abwesend und im Tunnel steckend ich war! Und meiner Familie, die gerade auf meine Anwesenheit und Unterstützung vor Ort verzichten muss.

Und ich danke meinen MKP-Männern, allen voran Frank, Torsten und Elias, die mich so toll begleitet und unterstützt haben. Und meinem langjährigen Freund Thomas, der sich an dieser Stelle als echter Freund und Unterstützer zeigt. Und last but not least danke ich meinem Arbeitgeber, dass es ohne große Diskussionen und Umstände möglich ist, eine solche Auszeit zu nehmen und ich mir meines Arbeitsplatzes sicher sein darf. Das ist in der heutigen Arbeitswelt (leider) keine Selbstverständlichkeit mehr. Und dass er es möglich gemacht hat, dass ich mir ein solch perfektes Reiserad leisten konnte.

Und ich danke allen anderen nicht genannten, die mich durch lesen und kommentieren meines Blogs mental begleiten und unterstützen.

Ihr habt alle dazu beigetragen, dass ich beschwingt an diesem wunderbaren Strand hier sitzen kann und meine Reise in vollen Zügen genießen kann:

DANKE 🙏

6 Antworten auf „Zwischenbilanz nach 1/4 der Reise“

  1. Danke Dirk,

    ich denke an Dich verfolge Deinen Blog jeden Tag. Es scheint ein großartiges Abenteuer zu sein. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, vor allem, wenn es exotischer wird.

    Ganz liebe Grüße,
    Frank

  2. Dann auch mal ein Danke an Dich, Dirk!
    Ich verfolge Dein „Tagebuch“ immer noch täglich mit großem Interesse und habe wieder richtig Lust bekommen, mich auch mal auf so einen Trip zu begeben.
    Dein Fortbewegungsmittel würde aber trotzdem noch immer nicht in meine engere Wahl kommen 😉
    Weiterhin viel Spaß auf Deiner Reise und bei Deinen Abenteuern!
    Liebe Grüße,
    Torben

    1. Ja, Torben, dass freut mich sehr, dass du dabei bist und auch Lust bekommst. Wie du reist, soll dabei ja nicht entscheidend sein, sondern nur, dass!
      Getreu dem Motto von Erich Kästner „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“
      Auf geht’s! 💪

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