36. Tag: Dakar – M’Bour

Auch der Tag begann, wie die meisten, früh, dieser aber sehr früh. Ich war ja am Vorabend ziemlich früh in die Koje gefallen, auch um schon zu schlafen, falls die See etwas rauer werden sollte. Das ist nämlich im Schlaf besser zu verknusen. Das war aber gar nicht nötig, denn die Überfahrt war sehr ruhig und offensichtlich hatten wir gute Bedingungen, denn schon kurz nach 4 Uhr waren wir in Dakar angekommen. Aber dann passierte 1,5h erstmal gar nichts:

Gegen 6 Uhr begann dann das Entladen…

…aber es dauerte immer noch bis 7:40, bis alles Gepäck in einer Halle ausgebreitet war und sich die Passagiere auf ihr Hab und Gut stürzen konnten. Ich war froh, mein Fahrrad in der hintersten Ecke wohlbehalten wieder zu finden:

Nun aber flott auf die Straße, um der größten Mittagshitze zu entgehen – dachte ich. 🙄 Aber es sollte anders kommen.

Die Fahrt durch und aus Dakar heraus war ein einziger Kampf mit den motorisierten Verkehrsteilnehmern, vornehmlich den Lastwagen. Mehrfach musste ich in den Straßengraben ausweichen, weil diese mich mit ihren riskanten engen Überholmanövern auf den unwegsamen Rand zwangen. Mehrfach habe ich laut geflucht und hätte es irgendeine Alternative gegeben, ich hätte vieles in Kauf genommen (Schotter, Sand, Umweg), um dieser gefährlichen Situation zu entfliehen. Ging aber nicht – und so versuchte ich die 40km, die sich Dakar und Rufisque nahtlos als urbane Monster hinzogen, hinter mich zu bringen. Danach machte ich erstmal Frühstück am Straßenrand mit dem Rest Reis und Mango von gestern. Nach 50km passierte ich den Flughafen, den ich später am Abend noch mal aufsuchen würde.

In Erwartung unseres wunderbaren Airbnbs fuhr ich durch die Mittagshitze weiter und erreichte gegen 14 Uhr unser kleines Paradies am Strand von M’Bour:

Nach einem Großeinkauf im bisher einzigen von mir gesichteten Supermarkt im ganzen Senegal, bei Auchan, machte ich es mir mit Baguette, Käse und kaltem Bier und später einem Teller Nudeln am Pool bequem:

Zum 30km entfernen Flughafen fuhr ich extra früh 1,5h vorher los, um mich nach ca 15km in einem endlosen Stau wieder zu finden. Hier lernte ich das größtmögliche Chaos auf Straßen kennen: es wurde gnadenlos in den Gegenverkehr gefahren, um einfach mal die Schlange zu überholen und sich vorne reinzudrängeln, nicht ohne der Wichtigkeit der eigenen Person oder des Anliegens mit Warnblinken, Lichthupe und rasanter Geschwindigkeit Nachdruck zu verleihen! Oder es wurde neben der Straße auf den Feldweg ausgewichen und bei rasanter Geschwindigkeit ordentlich Staub aufgewirbelt und sich natürlich auch vorne wieder „eingereiht“:

Das schlimmste aber war – ich würde nicht zur geplanten Ankunftszeit des Fluges von Lydia und Emilia am Flughafen sein können. 🙈 Und das, obwohl ich dies hoch und heilig versprochen hatte und Lydia und Emilia kein Wort Französisch sprechen. Eine halbe Stunde nach planmäßiger Ankunft war ich endlich in der Ankunfthalle und sah – nichts! Auf dem Tableau war der Flug weder als gelandet noch als verspätet deklariert und die Auskunft war nicht sehr auskunftsfreudig und nuschelte etwas vor sich hin,so dass ich nach der 3. Nachfrage aufgab – ich konnte sie einfach nicht verstehen. So wartete ich nochmal eine halbe Stunde leicht verzweifelt, bis endlich Lydia mit einem Flunsch erschien – ihr Koffer war weg. 😨 Ich war so erleichtert, die beiden gesund und munter anzutreffen, dass mir dieses Problem erstmal total unwichtig vorkam.

Nach einer kurzen und heftigen Begrüßung fuhren wir dann über eine erstaunlich leere Straße zurück (wo waren die alle auf einmal?) und dass nun beim Auto unseres Vermieters der 2., 4. und der Rückwärtsgang nicht mehr funktionierten, war auch nur am Ende, als der Wagen 100m vor der Unterkunft in Sand stecken blieb, etwas unpraktisch. Deswegen mussten 5 Männer aus der Nachbarschaft schieben helfen und um Mitternacht fielen wir erschöpft und glücklich in des viel zu warme Bett. À demain!

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