38. Tag: M’Bour – Saly Potual

Auch der Mittwoch begann deutlich vor dem Sonnenaufgang, wobei ich den geneigten Lesern erläutern mag, dass wir uns ja hier deutlich näher zum Äquator befinden, als in Deutschland, was zur Folge hat, dass die Tage merklich kürzer sind: Sonnenaufgang ist hier derzeit um 6:37, Sonnenuntergang schon um 19:29, das heißt beides mal gut 1,5h Unterschied zu Berlin z B und damit ein um über 3h kürzerer Tag. Aber vielleicht war das ja dem einen oder der anderen schon klar?!😉

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Hallo Hallo zusammen,

Ich unterbreche kurz und schreibe meine Eindrücke. Hier schreibt Lydia.

Vielen Dank für Eure Glückwünsche und Worte der Verbundenheit.

Es ist frühmorgens und wir sitzen und schauen fern: es gibt ein Programm, mit häufig wechselnden Themen und angenehmen Gesprächen: das Meer ist unser Fernseher!

Nun zum Senegal: ich habe ja jetzt bisher nur einen kleinen Ausschnitt sehen dürfen, aber es gibt schon viel zu berichten:

Da wären die Menschen: die Frauen legen sehr viel Wert auf ihr Aussehen, sie sehen einfach schön aus. Angefangen von der Kleidung, die HAARE kunstvoll hergerichtet, geschminkt, die meisten zeigen ihre Schönheit, Würde, Stolz. Die Männer hier legen auch viel Wert auf ihr Aussehen, sie halten sich fit mit Sport. Auch sind bei Ihnen die langen, schönen Gewänder echte Hingucker.

Eine andere Seite von hier hat mit meinen Berührungsängsten zu tun.

Hier in unserer Umgebung gibt es viele junge Männer, die uns/mir viel zu nahe kommen. Da ich noch nicht die Gepflogenheiten des Landes und der Menschen kenne und auch nicht deren Sprache spreche, fühle ich mich nicht besonders wohl. Obwohl es hier sehr heisst ist, habe ich das Gefühl, mich in der Öffentlichkeit bedecken zu wollen und das tue ich auch. Wohler fühle ich mich, wenn ich Frauen begegne und Kindern. Heute Morgen waren wir von Kindern umringt, die uns allen, besonders Emilia die Hand geben wollten, sie hat sogar 2x einen Handkuss bekommen. 😅Aber auch für Emilia war das eine nicht soooo lustige Situation.

Diese leicht bedrängende Art kenne ich aus europäischen Ländern nicht und deswegen ist es einfach ungewohnt.

Natürlich kann ich mir auch vorstellen, wie wir rüber kommen, als die reichen Touristen und ich fühle mich dekadent, hinter meiner Mauer in unserem Paradies. Das beschäftigt mich.

Dennoch bin ich sehr froh, diese Erfahrung machen zu dürfen, meine Grenzen zu erweitern, Dirk zu treffen und möchte und werde die Zeit hier genießen.

Denn, ich denke, es gibt nicht nur das schwarze und weiße (ich meine damit nicht unbedingt nur die Hautfarbe 😉), sondern noch viele weitere Farben, Lebensfarben, die ich hier sehen darf.

Ich hoffe, das war verständlich und nicht zuuu metaphorisch.

Es grüßt Euch

Die Toubab (Weiße, so werden wir genannt, Kinder begrüßen uns so)

Lydia

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Wir sind also, wie gesagt, am Mittwoch früh aufgestanden und haben den herrlichen Ausblick Sonnenaufgang auf der oberen Terrasse erlebt und bei einem leckeren Kaffee genossen:

Um 6:13 bekam ich einen Anruf von einer senegalesischen Nummer, dem Flughafen in Dakar, wie sich herausstellte. Unser Koffer sei da und ob sie uns den liefern lassen sollen? Ich war etwas von den Socken: nach all dem Stress und Hinterhergerenne fühlte sich das ja richtig nach Service an! Ich bejahte erfreut (und auch etwas ungläubig) und gab das Telefon an unseren Hausmeister Boucar weiter, damit er erklären kann, wo wir wohnen. Eine Besonderheit dieses Airbnb ist nämlich, dass es keine Adresse gibt, sondern nur Geokoordinaten. Trotzdem konnte Boucar am Telefon das Ziel offensichtlich so gut beschreiben (er sprach Wolof mit der Frau), dass sie die Dinge in die Wege leitete und den Koffer für den Abend avisierte. 💪

Wir fuhren daher nochmal zum Auchan, um die notwendigsten Dinge für den Tag zu besorgen. Danach ging es nach Saly Portual, einem hoch gelobten Ort nördlich von M’Bour, in dem ich schon vor gut einer Woche mondän zu Mittag gegessen hatte. Diesmal gingen wir aber direkt an den Strand…

…und schlenderten dort an den verlassenen, mondänen Touristenquartieren vorbei:

Auch besichtigen wir den kleinen lokalen Fischmarkt mit seinen zwar äußerst unhygienischen, aber interessanten Auslagen vorbei:

Besonders aufschlussreich, wenn auch schlecht geheim zu fotografieren, fand ich die Berufsschule, die am Rande des Marktes stattfand:

Auf dem Rückweg gingen wir dann in einen nur für die Touristen angelegten Markt mit schönen Gewerken und gewieften Händlern. Wir erstanden nach (für uns) zähen Verhandlungen wirklich schöne Dinge zu einem stolzen Preis von 30€. Ja, das war mal wieder eine Lehrstunde im Handeln, wo wir ungeübten Europäer wahrscheinlich immer den Afrikanern unterliegen werden. Auch das Verlassen des Marktes gestaltete sich als schwierig, da unsere bereits gekaufte Ware auf der Suche nach einer Tüte 😉 mehrfach auch zum Nachbarstand weitergereicht wurde, um uns noch alle möglichen anderen Dinge anzupreisen. 🙄🙈

Endlich erfolgreich entlassen fuhren wir schwitzend nach Hause. Unsere Klimaanlage brauchte ca 10min, um anzuspringen. Daher war der Mittag auch mit Siesta, Pool und Mittagessen ausgefüllt, bis um 15:20 (nach weiteren Telefonaten mit dem Lieferanten unseres Koffers) dieser uns an der nahe gelegenen Hauptstraße übergeben wurde:

Darin war unter anderem auch (nicht mehr so ganz) frisches Vollkornbrot enthalten, das ich gleich in einem ausgiebigen Nachmittagssnack verköstigte:

Den Rest des Tages verbrachten wir in und am Pool mit kurzen (Fr)esspausen, bei denen wir auch gerne mal die Butter und das mit ihr bestrichene Brot in der Sonne vergaßen:

Das ist halt Urlaub! 🤦‍♂️🙄😅

A bientôt!

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